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Wie man mit Messer und Gabel spricht

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, Am 17/01/2017

Abhängig von der jeweiligen Situation wählen wir für die Kommunikation mit anderen Personen unterschiedliche Wege – oft auch unterbewusst. Dabei entscheiden wir uns oft für den einfachsten, schnellsten oder auch angenehmsten Kommunikationsweg.

Abhängig von der jeweiligen Situation wählen wir für die Kommunikation mit anderen Personen unterschiedliche Wege – oft auch unterbewusst. Dabei entscheiden wir uns oft für den einfachsten, schnellsten oder auch angenehmsten Kommunikationsweg. So auch im Restaurant: Wer weiß, wie man mit der Platzierung des Bestecks kommuniziert, kann sich nach einem erschöpfenden Essen entspannt gegenüber dem Kellner ausdrücken, ohne dabei sprechen zu müssen. Aber nicht nur für den Restaurantbesuch ist es nützlich zu wissen, was die verschiedenen Positionierung des Bestecks auf sich haben: Erst kürzlich gewann ein Kandidat bei Günther Jauch eine Million Euro, weil er wusste, dass die „20 nach 4“-Stellung ein Zeichen für den Kellner ist. 

Wir übersetzen euch die allgemein gültige „Bestecksprache“ in der Gastronomie. Um diese zu verstehen, ist es wichtig, sich den Teller wie eine Uhr vorzustellen sowie Messer und Gabel als deren Zeiger. Generell gibt es fünf wichtige Positionierungen:

Die "20 nach 8"-Stellung - "Ich mache eine Pause"

Wenn man Messer und Gabel in ein Dreieck anordnet, auf der achten Stunde die Gabel und das Messer auf der zwanzigsten Minute – uhrzeitlich gesprochen also auf 8:20 Uhr – bedeutet das für den Kellner: Man macht momentan eine Essenspause. Der Tisch kann also noch nicht abgeräumt werden.

 

Die „20 nach 4“-Stellung – „Ich bin fertig“

Dabei legt man Messer und Gabel parallel zueinander auf dem Teller ab. Die Griffe zeigen nach rechts unten – bildlich gesprochen also auf vier Uhr. Das Messer liegt als Stundenzeiger auf der vierten Stunde, die Gabel als Minutenzeiger auf der zwanzigsten Minute – zwanzig nach vier. Platziert man sein Besteck in dieser Position, gibt man dem Kellner damit den Hinweis, dass man fertig ist und der Teller abgeräumt werden kann.

 

Die „20 vor 8“-Stellung – „Das hat gar nicht geschmeckt!“

Weil diese Regel im Knigge nicht offiziell auftaucht, ist sie äußerst umstritten. Trotzdem wird sie häufig von Restaurantgästen eingesetzt, um ihr negatives Geschmacksereignis auszudrücken. Dabei werden Messer und Gabel – wie auch in der 20 nach 8 Stellung – zu einem Dreieck zueinander gelegt, wobei sich Klinge und Zinken in der Mitte zur „7:40 Uhr-Position“ treffen. 

 

Die „5 nach halb 7“-Stellung – „Kompliment an den Küchenchef“

Wenn es sehr gut geschmeckt hat, kann man dies natürlich auch durch sein Besteck kommunizieren. In diesem Fall wird das Besteck mit beiden Griffen nach links unten parallel zueinander positioniert. Für den Kellner heißt das, er kann abräumen und dem Chefkoch das Kompliment seines Gastes übermitteln.

 

Die gastronomische Löffelchenstellung – „Bitte nicht nachschenken!“

Etwas anzüglich ausgedrückt, existiert in vielen Restaurants mit orientalischer Küche die Löffelchenstellung. Diese hat aber nichts mit dem zärtlichen Miteinander von Mann und Frau zu tun. Vielmehr bedeutet sie im gastronomischen Zusammenhang, dass ein Gast den Teelöffel auf seinem leeren Teeglas platzieren sollte, wenn nicht mehr nachgeschenkt werden soll. In den Brauhäusern des Rheinlands gilt das übrigens für die Bierdeckel. Wer hier die nächste Runde auslassen möchte, sollte sich mit der Deckelchenstellung auskennen. 

 

Benutzt Ihr im Restaurant regelmäßig die Bestecksprache? Wenn ja, wie reagiert das Service Personal? Wir würden uns über eure Erfahrungen als Kommentar freuen.

Viele tolle Restaurants findet Ihr wie gewohnt auf Bookatable.

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