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Berthold Bühler und seine „Résidence“ – Aufhören, wenn es am schönsten ist

Geschrieben von
Michelin
, Am
03/11/2017

Wie heißt es so treffend? „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.“ Getreu diesem Motto schließt Berthold Bühler sein 2-Sterne-Restaurant „Résidence“ in Essen nach 32 Jahren. Einer der besten Köche Deutschlands geht in den Ruhestand.

Text: Michelin © 2016, Bild: Berthold Bühler

26 Jahre 2-Sterne-Gastronomie

1984 eröffnete Berthold Bühler das Restaurant und Hotel „Résidence“ in Essen-Kettwig. Kaum ein Jahr später zeichnete der Guide MICHELIN Deutschland 1985 das Restaurant mit einem Stern aus, 1990 folgte der zweite – und blieb dem Sternekoch seither erhalten. Nach sage und schreibe 26 Jahren 2-Sterne-Gastronomie neigt sich  in der eleganten Villa die Ära Berthold Bühler zum Jahreswechsel ihrem Ende zu. Bühler blickt auf eine spannende Zeit zurück, in der er so manches Mal von sich reden machte: Er bekochte nicht nur Queen Elisabeth und die EU-Gipfelchefs. 2014 wurde Bühler zum „Bürger des Ruhrgebiets“ ernannt und genießt national wie international hohes Ansehen. Den Beginn seines Ruhestands hat der aus der Bodenseeregion stammende Spitzenkoch mit Bedacht gewählt, er fällt praktisch mit seinem 65. Geburtstag Anfang 2017 zusammen.

„Ich bin dankbar“

„Bis zum Schluss ist er mit ungebrochenem Engagement bei der Sache“, berichten die MICHELIN Inspektoren über Berthold Bühler, in dessen „Résidence“ sie immer wieder aufs Neue überzeugt wurden: „Bühler hat in seiner Küche stets die klassische Basis beibehalten und ihr mit kreativen Elementen eine persönliche und moderne Note verliehen. Die Produktqualität ließ nie den geringsten Zweifel aufkommen.“ Gerichte wie Gänserührei mit Spitzmorcheln und Frühlingslauch oder Rücken vom Maibock mit Rübstiel und violettem Senf bleiben noch lange in bester Erinnerung.

Als großer Fan des Guide MICHELIN informierte Berthold Bühler den Chefredakteur des Guide MICHELIN Deutschland, Ralf Flinkenflügel persönlich über die bevorstehende Schließung seiner „Résidence“. „Ich hatte eine tolle Zeit hier in Essen. Gerade am Anfang meiner Selbständigkeit war es nicht leicht, aber es war eine Herausforderung, die ich gerne angenommen habe. Ich bin dankbar für meinen großen Erfolg. Nun gehe ich im Guten und kann auf wertvolle Erfahrungen zurückblicken“, sagt Bühler. Dem 2-Sterne-Koch, der „trotz seines Ruhms auf dem Boden geblieben ist,“ lagen „Stolz und Zufriedenheit in der Stimme“, berichtet Ralf Flinkenflügel und fügt hinzu: „Da verlässt ein ganz Großer seines Fachs die gastronomische Bühne – wirklich schade!“

Wird Bühler sich wirklich ganz von der Gastronomie verabschieden? Nach eigener Aussage plant er, ein Buch über seine aufregende Zeit als Sternekoch zu schreiben. Wir wünschen Berthold Bühler alles Gute und viele erfreuliche kulinarische Erlebnisse!

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