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Biker-Treffpunkt „Zündwerk“: Ein Stück Amerika bei Wien

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, Am 17/01/2017

Das „Zündwerk – Fine Steaks, Burger & Beer“ in Strasshof ist direkt an das „Zündwerk – Harley-Davidson Center“ angeschlossen.  Doch nicht nur Motorrad-Fahrer kehren gerne in das Restaurant an der B8 in der Nähe von Wien ein. Denn eine halbe Autostunde vom Zentrum der österreichischen Hauptstadt entfernt, werden hier seit 2015 saftige Steaks, tolle Burger und frisch gezapftes Bier serviert. Dazu schallt amerikanische Musik aus den 50er und 60er Jahren aus den Lautsprechern. 

Dominik Ertl von Bookatable hat sich vor Ort umgesehen und mit Erich Windisch, Eigentümer des Zündwerks, über das Konzept hinter dem stylishen Lokal gesprochen.

Erich, wie ist es dazu gekommen, dass Du Dich als Leiter des Harley-Davidson-Stores zur Eröffnung eines Restaurants entschieden hast?

Als ich den Harley-Davidson-Store geplant habe, habe ich ein Restaurant immer mitgedacht. Ich bin auch gleich drei Tage nach Eröffnung des Ladens gefragt worden, wann nun endlich das Restaurant kommt. „Eins nach dem anderen“, habe ich dann erstmal geantwortet und im Dezember 2013 kam dann der nächste Planungsschritt. Nicht mal ein Jahr nach Eröffnung des Harley-Davidson-Centers. 

Im Prinzip gab es für die Gastronomie keine Vorgabe von Harley-Davidson, ich MUSSTE das Restaurant also nicht eröffnen. Aber ich wollte Gastronom sein, wollte Leute glücklich machen. Den Wunsch habe ich schon lange mit mir herum getragen. Und dann hat es sich hier auch vom Grundstückszuschnitt her angeboten, einfach um die Fläche zu nutzen. Wir haben insgesamt 8.000 Quadratmeter mit Shop und Parkplatz.

Und wovon hast Du Dich für Euer tolles Interior inspirieren lassen? Gab es noch andere Einflüsse als Harley Davidson für dieses hölzerne, rustikale Design?

Auch vom Interior Design waren wir sehr frei. Denn wir haben einen Händlervertrag und dürfen die Marke Harley-Davidson führen, aber Harley-Davidson hat hier nichts investiert. Das Restaurant entspricht also komplett unserer Ideen- und Gedankenwelt aus meiner eigenen Harley-Davidson-Passion heraus. Ich hab mir im Vorfeld sehr viel angeschaut in Deutschland und anderweitig im Ausland. Ich war zum Beispiel oben in Hamburg, da ich finde, dass die Stadt eine sehr coole Lokal-Szene hat.

Ich habe mir natürlich auch angeschaut, was so in Österreich passiert und was meine Markenkollegen machen. Das Interior vom Zündwerk ist jetzt modern und geht in die Stilrichtung Industrial-Design. Für mich war es allerding extrem wichtig, einen Holzfußboden und hochwertige Möbel zu haben. Allein der „Chef’s Table“, der lange Tisch, an dem wir gerade sitzen, wiegt schon 250 Kilo und ist aus massivem Eichenholz.

Harley Davidson spielte also keine große Rolle?

Ich habe mich entschieden gar nichts von Harley-Davidson hier ins Restaurant zu bringen, außer einem Bild der beiden Freunde von Easy Rider. Meine Idee war es, hier über die Bilderwelt vor allem das Amerika der 50er 60er Jahre hineinzubringen. In dieser Zeit ist in Amerika natürlich auch viel Schlimmes passiert – das dürfen wir nicht außer Acht lassen – aber es war auch eine Zeit des Aufbruchs.

Prunkvolle „Straßenkreuzer“ mit lauten Motoren, der Wohlstand hat sich entwickelt, das ist dann ja auch nach Europa übergeschwappt. Außerdem war es eine Zeit, die wir alle noch gut in Erinnerung haben. Ein wenig Aufbruchsstimmung und positive Energie schadet in der heutigen Zeit ja nicht. Ein Besuch im Zündwerk soll ein wenig wie ein Kinofilm sein, der einem mit ein bisschen Humor eine Aufbruchsstimmung vermittelt. Von wegen: „So, jetzt gehen wir es wieder an!“

Spannend finde ich auch, dass hier durch die große Bundesstraße vor der Tür so eine Art Diner-Flair aufkommt. Tatsächlich wie in den USA der 50er und 60er Jahre. Durch den großen Parkplatz vor der Tür, die vorbeifahrenden Autos et cetera. Das Zündwerk liegt ja auch an einer sehr beliebten Motorrad-Strecke, oder?

Ja, darauf wurde ich schon mehrfach angesprochen. Mir ist das witzigerweise zu Anfang gar nicht so aufgefallen. Aber es stimmt, dass hier eine sehr beliebte Harley-Strecke ist. Man sagt quasi die Gegend sei „die Toskana Österreichs“ (lacht). Strasshof selbst ist auch wirklich sehr schön. Eine Architektur-Professorin hat belegt, dass der Ort nach dem Muster von Chicago gebaut wurde. Der Kern von Strasshof ist ja erst 90 Jahre alt.

Jetzt zu Eurer Küche. Wer bestimmt denn, was bei Euch im Restaurant auf die Karte kommt? Bist du selber an der Auswahl der Gerichte beteiligt oder ist das reine Chefkoch-Sache?

Da bin ich schon sehr stark involviert. Ich habe dem Küchenchef das Grundgerüst der Karte vorgegeben. Der Küchenchef ist allerdings der Profi, der das Ganze dann abwandelt und noch was drauf gibt. Das „Flank Steak“ und das „Hanging Tender“ habe ich mit ihm zusammen auf die Karte gesetzt. Was die Herkunft unserer Waren angeht, verwenden wir ganz bewusst nur Fleisch aus Österreich. Das meiste Fleisch bei uns ist „dry aged“, die klassische Methode. Anderswo, wo Fleisch aus Amerika, Argentinien oder Uruguay serviert wird, wird das Fleisch „nass gereift“ – wet aged. Wir sind stolz darauf, genau zu wissen, woher das Fleisch kommt.

Auf welche Zutat könntet Ihr auf gar keinen Fall verzichten?

Das ist wirklich schwierig. Ich denke Fleisch – Fleisch für Burger und Steaks, darauf baut unser Konzept auf. Und worauf wir noch nicht verzichten können ist Hopfen und Malz. Bier ist bei uns ein ganz wesentliches Thema. Es ist generell ein lässiges und riesiges Thema.

Fast schon so groß wie Wein.

Ich würde sogar sagen, dass die Möglichkeiten beim Bier größer sind. Man hat Hopfen, Malz, Hefe und Wasser. Mit diesen vier Zutaten hat man so viele Möglichkeiten und durch die Craft-Beer-Szene hat das Thema einen enormen Hype erlebt. Man beschäftigt sich jetzt mit den einzelnen Zutaten, was man früher überhaupt nicht gemacht hat, und geht auch ganz anders mit dem Gesamtprodukt um. Wir bieten im Zündwerk derzeit zum Beispiel fünf Fassbiere an. In unserer Getränkekarte führen wir aus, welchen Hopfen es gibt und beschreiben unsere Brauereien sowie die Biere im Detail. So wie man es eigentlich von einer Weinkarte kennt.

Wie seid Ihr eigentlich auf Bookatable als Kooperationspartner gekommen?

Das war relativ simpel. Wir haben Klaus Klöbel als Berater bei uns im Haus, der hat uns Bookatable empfohlen, weil er damit schon gute Erfahrungen gemacht hat. Die Bedienbarkeit eines Tischreservierungssystems muss einfach sein, sowohl für den Gast als auch für die Kellner, habe ich damals gedacht. Und genau das erfüllt Bookatable voll und ganz.

Was ist für Euch der größte Vorteil an dem Online-Reservierungs-System?

Ich könnte mir nicht vorstellen nur mit Zetteln zu arbeiten und Reservierungen nur übers Telefon anzunehmen, weil die Nachhaltigkeit so nicht gegeben ist. Da geht ein Zettel verloren, da wird etwas wieder nicht eingetragen, dann steht der Gast da und wir müssen ihm sagen: „Wir haben Deinen Namen leider nicht auf der Liste stehen“.  Das erzeugt ganz einfach Unzufriedenheit. Das Bookatable-System bündelt für uns alle wichtigen Gastdaten und ist sehr benutzerfreundlich. Der Tischplan mit dem „drag and drop“-System gefällt mir zum Beispiel sehr gut.

Foto: Erich Windisch, Zündwerk (links), Dominik Ertl, Bookatable (rechts)

Wohin gehst Du selbst eigentlich am liebsten essen, wenn du nicht gerade im Zündwerk bist?

Also ich gehe sehr gerne in die Bullerei in Hamburg. Generell mag ich das Hamburger Schanzenviertel zum Ausgehen und Essen gehen! Das Viertel ist so ein bisschen abgedreht. Und in Wien, ja, wo gehe ich da gerne hin? Wenn ich darüber nachdenken soll, dann fällt mir nie was ein.

Am besten auf Bookatable schauen.

Ich habe irgendwann einmal angefangen, eine Liste auf meinem Handy zu führen. Im Pan e Wien bin ich ab und an. Das Donaulokal „Motto am Fluss“ mag ich auch sehr gern. Die Alte Schule ist da auch in der Gegend. Und das Flatschers, dann das Nautilus am Naschmarkt und das Ando oben am Yppenplatz ist auch wirklich sehr schön. Da oben ist es wie ein Dorf, wie eine andere Welt.

Vielen Dank für das Interview!

Direkt zur Online-Reservierung des Zündwerk-Restaurants geht's hier.

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