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„Favoloso“: Aperitivo Milano für Hamburg

Geschrieben von
webmaster
, Am
01/02/2017

Das 2016 eröffnete Favoloso in Hamburg liegt direkt neben der Hamburger Staatsoper. Aber nicht nur Fans von großen Klängen lockt das Restaurant in der City, sondern auch Liebhaber hochwertiger, italienischer Snacks und Gerichte. Mit dem typischen Italiener an der Ecke hat das Favoloso wenig zu tun: Hier werden exklusive Leckereien zu hervorragenden Drinks in stylishem Ambiente serviert.

Janine Feldkamp von Bookatable by Michelin hat mit Alexander Nava, Geschäftsführer des Favoloso, über italienische Kochkunst, italienisches Design und die Tradition des Mailänder Aperitifs gesprochen.


Für viele ist Italien das Genussland schlechthin, was machen die Italiener in der Küche anders?

Auf jeden Fall wird alles, was wir machen, mit viel Liebe gemacht. Außerdem ist italienische Küche besonders, weil es in Italien so viele Regionen gibt, die alle ihre ganz eigenen Traditionen, Kunst-Stile und Gerichte haben. Es gibt viel mehr als einfach nur Pizza und Pasta. Ich komme zum Beispiel aus Mailand, aber in Parma, in der Toskana oder auf Sizilien gibt es ganz andere Spezialitäten und eine Vielzahl an unterschiedlichen Rezepten.

Dabei ist es für uns besonders wichtig, gute Zutaten zu haben und die Italiener sind ein sehr gastfreundliches Volk. Aus meiner Erfahrung passen die italienische und deutsche Mentalität gut zusammen – ich habe das Gefühl, dass die Deutschen oft sehr dankbar sind über die Freundlichkeit der Italiener (lacht).

Kommen denn alle Mitarbeiter im Favoloso ursprünglich aus Italien?

Für mich war es von Anfang an ganz wichtig, dass der Chefkoch nicht einfach Italiener ist, sondern auch wirklich aus Italien kommt, weil ich etwas Authentisches kreieren wollte. Ich habe deshalb den Chefkoch Dario De Spirito in das Projekt involviert, obwohl er gar nicht geplant hatte, in Hamburg zu leben. Ursprünglich kommt er aus Ligurien, wo er einen tollen Job, ein tolles Restaurant, Familie et cetera hatte. Jetzt ist er mittlerweile etwas länger als ein Jahr hier und ist sehr dankbar, dass er mit dem Favoloso quasi ein neues Leben hat.

Er liebt Hamburg und das Favoloso. Gerade am Anfang war es nicht leicht, aber jetzt ist er sehr glücklich. Schauen Sie mich an: Auch ich wollte eigentlich nur 1-2 Jahre bleiben, mittlerweile bin ich seit 7 Jahren hier und durch das Favoloso bleibe ich jetzt bestimmt in Hamburg.
 

Was ist das Besondere an Ihrem Restaurant-Konzept?

Mein Partner und ich wollten den sogenannten „Aperitivo Milano“ nach Hamburg bringen. Denn in Mailand kann man an jedem Tag um 17 Uhr nach der Arbeit in eine Bar gehen, um diesen Drink zu genießen und etwas Kleines dazu zu essen. Der Aperitivo Milano ist quasi Fingerfood vor dem Dinner. Das habe ich in Deutschland vermisst. Hier gibt es leider oft einfach nur Nüsse oder Salzstangen. Als weiteres Highlight können Gäste des Favoloso jeden Freitag die Performances unterschiedlicher Live-Musiker genießen.

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Das Favoloso ist auch sehr geschmackvoll eingerichtet, das bemerkt man sofort. Was hat Sie bei der Gestaltung inspiriert und woher stammen all die stilvollen Dinge?

Ich habe als Designer fast 5 Jahre Restaurants, Bars und Lounge Designs für Schiffe gemacht – Aida, Costa. Deshalb konnte ich hier komplett meine eigenen Ideen einbringen. Uns war es wichtig, dass das Interior Design authentisch ist. Viele Italiener haben nur rot karierte Tischdecken oder Mandolino an der Wand – das ist nur das alte Italien nach dem Krieg. Ich komme aus Mailand und von dort stammt auch das moderne Design, die Mode und die Kunst, die man im Favoloso sieht.

Favoloso bedeutet fabelhaft. Unser Motto lautet: Ich denke favoloso, ich denke fabelhaft. Denn wir möchten unseren Gästen eine großartige Küche und eine tolle Location bieten. Die Räumlichkeiten sind sehr elegant, aber man kann hier auch Spaß haben und entspannen.
 

War es schwer in Hamburg passende Räumlichkeiten für Ihre Idee zu finden?

Ja, es war super schwierig. Ich bin hier eines Mittags die Dammtorstraße entlang gelaufen, habe die drei neu renovierten Fenster mit den Erkern gesehen,  habe nach drinnen geschaut und war sofort in die Architektur verliebt. Anfangs wollten die Vermieter aber keine Gastronomie in dem Gebäude, nach vielen Präsentationen wurde uns leider abgesagt. Es hat dann ein Jahr gedauert, bis wir die Location endlich bekommen haben und ein weiteres Jahr, bis wir sie so hergerichtet hatten. Das war sehr viel Arbeit, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Warum eigentlich Hamburg, ein italienisches Restaurant kann man überall aufmachen, oder?

Ich bin nach Hamburg gekommen, weil ich damals eine deutsche Freundin aus Hamburg hatte, die ich in Mailand kennengelernt habe. Ich wollte Italien sowieso verlassen, um eine Erfahrung im Ausland zu machen. Eigentlich wollte ich nur ein bis zwei Jahre bleiben, aber ich habe mich in Hamburg verliebt. Mittlerweile bin ich seit 7 Jahren hier und durch das Favoloso werde ich jetzt auch bleiben. Hamburg hat mir so viel gegeben – da wollte ich auch etwas zurückgeben. Etwas Italienisches.
 

Ihr Restaurant arbeitet mit Bookatable by Michelin zusammen. Was hat das für Vorteile für Sie?

Ich finde, dass Ihr sehr engagiert seid. Ihr seid in Hamburg ansässig, habt ebenfalls ein tolles Netzwerk und zeigt viel Eigeninitiative. Wir sind nicht in Deutschland geboren und brauchen hier Leute vor Ort, die uns mit der Kommunikation und der Organisation helfen. Da seid Ihr eine große Unterstützung.

Ein kleiner Vorgeschmack für Feinschmecker: Welche Gerichte von der Favoloso-Speisekarte kommen besonders gut an?

Unser Chefkoch kommt aus Ligurien und bei uns bringt jeder ein, was er am besten kann. Aus Ligurien stammt zum Beispiel das Rezept für Pansotti Liguri con salsa alla Noci (Mit Mangold und Ricotta gefüllte hausgemachte Pansotti mit einer Wallnusssoße). Alles, was wir anbieten, ist authentisch und in unserem Restaurant hausgemacht. Etwas ganz Besonderes ist die ligurische Focaccia Favoloso, ein geröstetes, köstlich gefülltes Fladenbrot. Eine knusprige Alternative zur Pizza, von der alle begeistert sind. Die Focaccia ist ganz dünn und mit Frischkäse gefüllt, dem sogenannten Stracchino.
 

Und was sagen Sie zu aktuellen Food-Trends wie veganer Küche?

Ich finde es gut, dass die Leute immer mehr darauf achten, was sie eigentlich essen. Schon als Kind war die Qualität des Essens für mich persönlich sehr wichtig. Ich bin ein Mensch, der das Leben gerne genießt und ein gutes Steak oder Filet schätzt. Aber ich respektiere alle Veganer. Auf unserer Speisekarte stehen auch immer vegetarische Gerichte, zum Beispiel leckere hausgemachte Pasta mit frischer Pesto oder lauwarme Gemüsecaponata auf Frischkäsecreme aus Büffel Stracciata.
 

Vielen Dank für das Interview!

 

Fotos: 1. Bookatable by Michelin, alle anderen Favoloso

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