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„Ich weiß nicht, was ich kriege, aber es macht Spaß“! Das Kölner „Ox & Klee“

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, Am 17/01/2017

Die Arme sind üppig und phantasievoll tätowiert, die Hände flink, wenn sie Teller wie kleine Gemälde anrichten: Leicht und frisch, mit Bedacht und trotzdem wirkt es hier und da ein bisschen zufällig. Super sympathisch, jung und ungezwungen. Das ist Daniel Gottschlich. Für sein Restaurant Ox & Klee in der Kölner Innenstadt bekam er letzten November einen MICHELIN Stern. In Kürze eröffnet er am Rheinhafen neu.

Angefangen hat im „Ox&Klee“ alles im August 2010 „mit Bratwurst und Sauerkraut.“ Daniel Gottschlich, Musiker, gelernter Energieanlagenelektroniker, hatte einfach nicht die Vita für einen Job in der Gastronomie, der ihm gefallen hätte. Möglicherweise gibt es diesen Job auch gar nicht für jemanden, der mit Gesang, Gitarre und Schlagzeug aufgewachsen ist und dem die Kreativität praktisch in die Wiege gelegt wurde. Also machte er nach Ausbildung Nummer zwei zum eigentlichen Traumberuf kurzerhand sein eigenes Ding und eröffnete im Souterrain eines Eckhauses in der Kölner Neustadt-Süd ein klitzekleines Restaurant für maximal 26 Gäste. Gar nicht chic. Aber seine Freundin brach ihr Studium ab und machte den Service – so gut, dass Gäste zum Teil nur ihretwegen kamen. Und Daniel Gottschlich sorgte dafür, dass, wenn auch erstmal nur Bratwurst und Penne serviert werden konnten, die wenigstens in Top Qualität auf den Tisch kamen. Von dort gab es viel Luft nach oben

„Ein bisschen Rock’n Roll, das passt zu meiner Küche“

Mit viel Kreativität und ohne Vorbild, ohne Prägung irgendeiner Top-Küche hat Gottschlich in nur fünf Jahren sein „Ox&Klee“ zu einem Sternerestaurant gemacht, das „einfach mal ganz anders“ ist. Nicht gediegen, nicht leise. Koch und Gäste unterhalten sich hier gern. Man wünscht sich nicht „guten Appetit“ sondern: „Viel Spaß!“ Und spätestens wenn vor dem Hauptgang das kollektive „Plopp“ beim Öffnen kleiner Fläschchen mit selbstgemachter Limonade – „das ist unser ‚Mouthcleaner‘ – zu hören ist, wird auch mal laut gelacht. „All das kam aus mir selbst und ich hätte nie gedacht, dass ich mich so entwickele, wusste nicht, wieviel Tiefe man in ein einzelnes Gericht bringen kann“ sagt er nicht ohne Stolz. Inzwischen serviert er ein Menü, von dem die Gäste konsequent nichts wissen – außer, dass es Spaß macht und dass die Küche trotzdem auf jede Einschränkung Rücksicht nehmen kann. „Dass es nicht nur eine Haxe ist, lässt sich mittlerweile erahnen“ witzelt der Chef - mittlerweile arbeitet er mit vier weiteren Köchen und einem Pâtissier gemeinsam an seinem außergewöhnlichen Konzept. Der Hintergedanke ist schnell erklärt: „Es ist für mich die einzige Möglichkeit, auf so hohem Niveau wirtschaftlich sinnvoll zu arbeiten.“ Gottschlich trägt inzwischen nämlich nicht nur die Verantwortung für sein Restaurant und die Mitarbeiter, sondern für eine vierköpfige Familie.

 „Eigentlich würde man Lamm nicht mit Gurke essen“

Beim Einkauf zieht er eine Makrele in bester Qualität dem bretonischen Steinbutt vor. Aus tollen Produkten wie einem Iberico-Schwein oder einem Kalbskopf etwas Tolles zu kreieren, das ist es, was Gottschlichs Küche ausmacht. Und sein Mut zu ungewöhnlichen Kombinationen wie sauer eingelegter Meeräsche mit Buttarga und Lammgrieben. „Ich gebe zu, das klingt abgefahren, aber es schmeckt wirklich klasse!“ Genauso wie ein mild aromatisch eingeschmortes Milchlamm, das er gemeinsam mit marinierter Gurke, einem Erbsen-Koriander-Püree, Tempura von der Erbsenschale, Pistazien und einer Reduktion von Sherry und Melfortessig anrichtet. Wer bezweifelt, dass so etwas harmoniert, wird im „Ox&Klee“ eines besseren belehrt.  

Gottschlichs Menüs sind zwar in jeder Hinsicht überraschend, aber nicht dem Zufall überlassen. „Wir konzipieren unsere Gerichte sehr stark, alles baut aufeinander auf und wir möchten, dass jeder Teller, von vorne bis hinten, eine Steigerung ist. Die Gäste sollen vom Appetizer bis zum Hauptgang immer euphorischer werden.“ Der Clou ist, mehr wird nicht verraten, der Abschluss. Wir versichern: Schon alleine dafür lohnt sich ein Besuch!

Neueröffnung am Rheinhafen im September

Im September zieht die ganze Crew übrigens ins Kranhaus 1. Tageslicht, mehr Platz für Gäste, Köche und neue Ideen. Die Gestaltung wird sehr urban sein doch an der Idee, dass hier jeder kommen und so sein kann wie er mag, bleibt erhalten. Zusätzlich wird es im Erdgeschoss sogar noch eine Bar geben, an der zu erstklassigen Cocktails die passenden Häppchen serviert werden.

Sie wollen diese spannende Neueröffnung auf keinen Fall verpassen? Auf der homepage von Ox & Kleevorbeischauen und auf dem Laufenden bleiben!

Weitere Infos über dieses ungewöhnliche kleine Sternerestaurant finden Sie auch bei MICHELIN Restaurants:

Ox & Klee
Kranhaus 1
Im Zollhafen 18
50678 Köln

Tel.: 0221/16956603

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