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Food Trend: Matcha, der gesunde Wachmacher

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19/04/2017

Seit einigen Jahren schon ist Matcha in Deutschland auf dem Vormarsch und erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Mit der wachsenden Fangemeinde ist auch das Sortiment an Matcha-Produkten stetig erweitert worden, sodass es den japanischen Tee inzwischen nicht mehr nur in Naturkostläden gibt. Coffee Shops bieten inzwischen Matcha Lattes oder auch Matchakuchen an. Doch was genau ist Matcha eigentlich und was macht Japans heißestes kulinarisches Exportgut so begehrt?

Was ist Matcha?

Das Wort „Matcha“ ist japanisch und bedeutet „gemahlener Tee“. Die Blätter der Tencha-Teepflanze werden für den Matcha nämlich zu einem feinen Pulver gemahlen, anstatt – wie bei anderen Teesorten – klein gehackt. Als Konsument nimmt man also quasi das ganze Blatt zu sich, während die Blätter bei anderen Tees lediglich im heißen Wasser ziehen, aber nicht an sich genossen werden. Ein weiterer Unterschied zu anderen grünen Tees ist, dass die Teepflanzen, die zur Herstellung von Matcha genutzt werden, vier Wochen vor der Ernte abgedeckt werden. Somit produzieren die Teeblätter mehr Chlorophyll als die Teeblätter, die Sonnenlicht ausgesetzt sind. Dadurch haben sie auch eine intensivere grüne Farbe. Nach der Ernte werden dann nur die besten Bestandteile des Blattes mit einer traditionellen japanischen Granitsteinmühle gemahlen – Blattrippen und Strunk werden vorher entfernt. Geschmacklich ist Matcha grünem Tee sehr ähnlich. Er hat eine herbe Note, jedoch eine cremigere Konsistenz. Neu ist Matcha-Tee übrigens nicht! Schon seit Jahrhunderten wird Matcha in Japan und Teilen Chinas getrunken, seitdem er von buddhistischen Mönchen vor 800 Jahren als Meditationsgetränk entdeckt wurde. Seither hat er Samurai-Kriegern als Muntermacher gedient und war dann für eine lange Zeit Japans Elite für traditionelle Teezeremonien vorbehalten, ist jedoch seit langem in Japan ebenso gängig wie grüner Tee.

Gesundes Koffein

Matcha ist bekannt für seinen hohen Koffeingehalt: In einer Menge von circa 1,5 Teelöffeln steckt zwar nur etwa halb so viel Koffein wie in einem Espresso, die stimulierende Wirkung hat Matcha aber dennoch. Das Koffein im Matcha ist allerdings verträglicher und hat eine gesundheitsfördernde Wirkung, insbesondere in Wechselwirkung mit den anderen Inhaltsstoffen. Zudem ist im Matcha Theanin (eine nicht-proteinogene Aminosäure) enthalten, welches auch dafür bekannt ist, Aufnahmefähigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit zu erhöhen. Deshalb gilt Matcha als gesunder Muntermacher.

 

Warum Matcha ein Super Food ist

Matcha kann noch mehr: Der Anteil des Antioxidants EGCG (dessen Wirkung in der Krebsprävention dokumentiert ist) ist im Matcha 137 Mal höher als der in anderen grünen Tees und mit 1.384 TE/g verfügt Matcha über einen der höchsten ORAC-Werte. Der ORAC-Wert (Oxygen Radical Absorbance Capacity) misst den Anteil von Antioxidantien in Lebensmitteln. Die Acai Beere, die wir Euch kürzlich als Healthy Food vorgestellt haben, hat zum Beispiel einen ähnlich hohen ORAC Wert: 1027 TE/g. Eine Blaubeere im Vergleich bietet nur 24 TE/g. Matcha hat somit 14 Mal soviele Antioxidantien wie eine Blaubeere und zehnmal soviele Antioxidantien wie regulärer grüner Tee! Und das ist immer noch nicht alles … Matcha hat außerdem eine extrem große Anzahl an Vitaminen, zum Beispiel Vitamin A – sehr wichtig für Stoffwechsel, Augen und Haut – und zwischen 10 und 17 Gramm Eisen pro 100 Gramm Tee (variiert je nach Qualität). Das macht Matcha zu einem der eisenhaltigsten Lebensmittel. Weitere gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe sind Vitamin C, Calcium, Selen, Chrom, Magnesium und Zink sowie Balaststoffe und Chlorophyll. 
Matcha macht also nicht nur wach, sondern versorgt unseren Körper mit wichtigen Nährstoffen und kurbelt den Stoffwechsel an.

Wie trinkt man Matcha?

Matcha findet man heutzutage, wie gesagt, in sämtlichen Formen – in Shakes, Eis oder sogar als Matcha-Latte. Will man Matcha so trinken wie er in Japan während der traditionellen Tee-Zeremonien zubereitet wird, nimmt man circa 1 - 2 Gramm Matchapulver und gießt es mit 80 Grad heißem Wasser auf. Danach wird es das Pulver in der Flüssigkeit vorsichtig mit einem kleinen Besen „geschlagen“ oder gerührt. Dadurch erhält der Matcha-Tee dann die typische schaumige Konsistenz. Will man das ganz professionell machen, nimmt man dazu einen sogenannten Chasen, einen kleinen Bambusbesen.

 

Was man beim Matcha-Kauf beachten sollte

Seitdem die Nachfrage nach Matcha hierzulande deutlich gestiegen ist, wird der europäische Markt leider mit sehr viel qualitativ nicht so hochwertigem Matcha-Tee überschwemmt. Wie man die Spreu vom Weizen trennt? Als Richtlinie gilt: Je stechend grüner die Farbe desto besser die Qualität. Erwischt man ein eher gelblich-bräunliches Pulver, ist die Wertigkeit eher niedrig. 

Bei der Konsistenz des Pulvers gilt: je feiner, desto besser. Grobes, eher rauhes Matcha-Pulver ist ebenfalls ein Zeichen minderer Güte. Schlechte Qualität beim Matcha macht sich übrigens vor allem im Geschmack bemerkbar – dann hat er eine bittere Note, die nicht so lecker ist. Es lohnt sich also auf jeden Fall, in einen etwas teureren Matcha zu investieren, der Geschmack ist wesentlich besser!

Den Matcha sollte man übrigens am besten in den lichtgeschützten, luftdichten Dosen aufbewahren, in denen er verkauft wird – idealerweise im Kühlschrank. Matcha verträgt weder Licht noch Hitze und hält sich auch nur 3 bis 4 Wochen nach dem Öffnen der Dose. Ungeöffnete Dosen werden in Japan traditionell in der Tiefkühltruhe aufbewahrt, um Qualitätsverlust zu verhindern. 

 

 

Habt Ihr selbst schon Erfahrungen mit Matcha gemacht? Und: Hat's geschmeckt?

 

Bilder und Text: Globetrotter Girls

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